Wie Kinder sicher im Internet unterwegs sind

12. Dezember 2019,

Die große, unbekannte Welt des Internets ist für Kinder sehr spannend. Sie erkunden sie neugierig und unbefangen – und können dabei auch verstörende Erfahrungen machen. Eine aktuelle Schlagzeile: „Missbrauch per Handy-App“. Ein Mann aus Düsseldorf soll mindestens zwei Mädchen gezwungen haben, ihm Nacktbilder und Videos zu schicken. Solche Beispiele verunsichern viele Eltern. Sie fragen sich, wie sie ihre Kinder vor sexuellen Übergriffen im Internet schützen können.

„Sexuelle Kontakte zu Kindern anzubahnen ist für Pädokriminelle durch das Internet leichter geworden“, sagt die Medienpädagogin Silke Knabenschuh von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW. „Im Zeitalter des Smartphones ist das Zuhause der Kinder längst kein sicherer Rückzugsort mehr“, ergänzt sie. Im Gegenteil: Im Netz hätten Täter und Täterinnen direkten Zugriff auf Mädchen und Jungen, etwa über Social Media-Apps, Messenger, Videoplattformen oder Online-Games.

„Kindern und Jugendlichen das Internet zu verbieten oder stark zu reglementieren ist aber keine Lösung“, so Silke Knabenschuh. Die Medienpädagogin hat kürzlich mit ihrer Kollegin Britta Schülke einen Ratgeber veröffentlicht: „Cyber Grooming, Sexting und sexuelle Grenzverletzungen – Kinder in der digitalen Welt stärken und schützen“. 
Die Autorinnen empfehlen Müttern und Vätern, ruhig zu bleiben, sich schlau zu machen und mit Kindern und Jugendliche Regeln zur Handynutzung zu vereinbaren.

Um sexuellen Übergriffen im Internet vorzubeugen, sollten Kinder und Jugendliche

  • keine privaten Fotos, Videos oder andere persönliche Informationen an Unbekannte schicken oder veröffentlichen,
  • die Social Media-Profile „privat“ einstellen und
  • die Webcam ausschalten.

Grundsätzlich sei es wichtig, mit Kindern und Jugendlichen darüber sprechen, was sie im Netz erleben, auf welchen Plattformen sie unterwegs sind und welche Risiken es dort gibt. „Außerdem sollten Eltern ihren Kindern die Scham nehmen, sich Hilfe zu holen, wenn sie etwas Unangenehmes erleben“, betont Silke Knabenschuh.

Hier finden Sie weitere Informationen über Kinderschutz im Internet:

Ratgeber der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW

Informationen der Polizei

Informationen für Jugendliche:

Handysektor.de

nina-info.de