Foto: Adobe Stock / Irina Schmidt
Foto: Adobe Stock / Irina Schmidt
 

Lichterfeste geben dem düsteren Herbst Contra

9. November 2021, Nicole Vergin

Grau und bleischwer: So empfinden viele Menschen den Übergang in die dunkle Jahreszeit. So manch einer fühlt sich müde und antriebslos und denkt ernsthaft über Winterschlaf nach. Herbst und Winter sind für die Psyche anstrengend, weil sich die meisten Menschen weniger an der frischen Luft bewegen – und weil die Tage kürzer sind als im Sommer und sich viele nach Sonnenlicht sehnen. Das ist kein modernes Phänomen und die Versuche, dem entgegenzusteuern, auch nicht. Schon seit Urzeiten gibt es auf der ganzen Welt Feste, bei denen das Licht im Mittelpunkt steht. Dazu gehört das christliche Martinsfest, der Advent und Weihnachten genauso wie das jüdische Chanukka.

Was Laternenumzüge mit dem heiligen Martin zu tun haben

In vielen Kitas und Grundschulen sind die Laternenfeste im November ein Lichtblick. Dafür basteln Kinder Laternen und laufen damit in den Tagen um den 11. November in der Dämmerung durch ihr Dorf oder ihren Stadtteil. Der Ursprung liegt beim heiligen Martin. Er war römischer Soldat und soll der Legende nach im 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung mit seinem Schwert seinen Mantel geteilt und eine Hälfte einem frierenden Bettler geschenkt haben. Die Laternenumzüge sollen an eine Lichterprozession erinnern, mit der Martins Leichnam nach seinem Tod zum Grab gebracht worden sein soll.

Der NDR hat die Traditionen zum Martinstag hier zusammengefasst.

An Chanukka brennt jeden Tag eine Kerze mehr

Jüdische Kinder freuen sich in der dunklen Jahreszeit besonders auf das achttägige Lichterfest Chanukka. In diesem Jahr beginnt Chanukka bei Sonnenuntergang des 28. November. Das Fest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahr 164 vor unserer Zeitrechnung. Zu Chanukka stellen viele Familien einen neunarmigen Leuchter auf Fensterbänke und in Hauseingänge. Acht Kerzen stehen symbolisch für einen Ölleuchter, die damals wie durch ein Wunder acht Tage lang brannte. Die neunte Kerze ist die Dienerkerze, an der alle anderen Kerzen angezündet werden. Jeden Tag wird nach Anbruch der Dunkelheit eine Kerze mehr angezündet bis am Ende des Chanukka-Festes alle Kerzen brennen.

Foto: Pexels / Cottonbro
Foto: Pexels / Cottonbro

Welche Lichterfeste es im Islam, im Hinduismus und im Buddhismus gibt, steht auf der Seite „Religionen entdecken“.

Lichterfest als abendliches Ausflugsziel

Auch ganz ohne religiösen Hintergrund bieten Lichterfeste für viele Familien im düsteren November eine willkommene Abwechslung. Dazu gehören die Essener Lichtwochen (bis 8.1.) oder die Lichterparks von Lumagica. Dabei werden besondere Orte spektakulär erleuchtet. In Nordrhein-Westfalen sind das die Henrichshüte Hattingen (13.11. bis 9.1.), das Schloss Benrath (19.11. bis 9.1.) in Düsseldorf und die Millicher Halde in Hückelhoven (26.11. bis 9.1.).

Tipps für eigenen Lichterbrauch in der Familie

Auch in der Familie können selbsterfundene Lichterbräuche jede Menge Spaß bringen: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Abend ohne Fernsehen und Computer? Das elektrische Licht bleibt ausgeschaltet und die Wohnung wird nur durch Laternen und Kerzen erleuchtet. Dann gemeinsam zu Abend essen und eine Geschichte lesen. Könnte gemütlich werden, oder?

 

Foto: Pexels / Iconcom