Sind Masern wirklich harmlos? Wie erkennen Eltern eine Infektion? Und was sollte noch beachtet werden, wenn das Kind die Masern hat? Diese und weitere Fragen beantwortet der BKK-Landesverband NORDWEST.
In Europa sind Masern wieder auf dem Vormarsch: Laut dem Statistischen Bundesamt gab es 2024 insgesamt 127.350 Fälle von Masernerkrankungen – der höchste Wert in 25 Jahren. Auch in Deutschland ist 2024 die Anzahl der Infektionen in nur einem Jahr von 79 auf 645 gemeldete Fälle gestiegen.
Masern: Die Folgen
Dabei ist die Krankheit nicht harmlos: Kinder zwischen einem und zwei Jahren, aber auch ungeimpfte Erwachsene über 20 Jahren oder Schwangere sind besonders anfällig für Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen. In besonders schweren Fällen können sogar Gehirnentzündungen auftreten – diese Fälle treten aber äußerst selten auf. Auch ist das Immunsystem rund ein Jahr nach der überstandenen Masernerkrankung geschwächt und anfällig für andere Infektionen.
Infizierung mit Masern
Masern werden vom Masernvirus ausgelöst und wird übertragen über Sekret aus dem Rachen oder aus der Nase. Durchs Sprechen, Niesen oder Husten können Tröpfchen verteilt werden und andere Personen infizieren – direkt durch Kontakt oder indirekt, z.B. durch den Aufenthalt in Räumen, in denen sich Erkrankte kurz vorher aufgehalten hatten. Obwohl die ersten Symptome erst sieben bis 21 Tage nach der Ansteckung auftreten, sind infizierte Personen bereits vorher ansteckend. So können sie Überträger sein, ohne es zu wissen.
Symptome von Masern
Treten die ersten Symptome auf, wirken sie wie Begleiterscheinungen eines grippalen Infekts: Husten, Schnupfen, Fieber. Dann treten weitere Symptome auf, wie weißliche Flecken an der Mundschleimhaut und die Entzündung der Augenbinderhaut. Erst ein paar Tage später tritt der charakteristische, rosa-bräunliche Hautausschlag auf, der zuerst im Gesicht und hinter den Ohren erscheint. Danach verteilt er sich auch am restlichen Körper. Anders als bei Krankheiten wie Windpocken kann der Ausschlag zwar etwas unangenehm sein, doch in der Regel ist extremer Juckreiz kein Nebeneffekt.
Schutz gegen Masern
Seit März 2020 sind Eltern verpflichtet, dass Kinder ab dem 1. Lebensjahr gegen Masern geimpft werden, wenn sie in eine Kindertagesstätte oder Schule kommen. Die Impfung erfolgt in zwei Schritten: die erste Impfung ab dem 11. Lebensmonat, die zweite Impfung mit 15. Monaten. Geben Eltern ihre Kinder vor dem 11. oder 12. Monat in die Tagesbetreuung (Kita, Kindergarten, Tagesmutter), können sie auch schon mit neun Monaten die erste Impfung erhalten. Die ersten Impfungen werden meistens schon bei den üblichen Vorsorgeuntersuchungen von Neugeborenen verabreicht.
Wer früher schon einmal Masern hatte, ist lebenslang vor einer erneuten Erkrankung geschützt. Wurden Kinder oder Teenager weder geimpft, noch hatten sie je Masern vorher, muss ihre Impfung schnellstmöglich nachgeholt werden. Zwischen den Impfdosen müssen aber mindestens vier Wochen Abstand eingehalten werden. In diesen Fällen beraten Ärztinnen und Ärzte.
Masern: Weitere Infos und hilfreiche Adressen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: FAQs zur Masernimpfung, Symptomen & aktuelle Infektionszahlen
- Windpocken-Alarm: Tipps zur Behandlung von Ausschlag, Juckreiz und Co.
- Kindheitsmythen rund um Gesundheit