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Das richtige Frühstück für Kinder

Ich will (keine) Schokolade!
24. Juni 2021, Jana Lotter

Um den Kinderhunger morgens zu stillen, greifen Eltern in der Eile auch mal gerne zu Weizentoast, Marmelade und Schokopuffs. Zucker ist gesund – doch nur in Maßen. Trotzdem kommt bereits beim Frühstück vielerorts schon morgens ein ganzer Tagesbedarf der süßen Leckerei auf den Tisch und in die Pausendose. Der BKK-Landesverband NORDWEST erklärt, welches Frühstück für Kinder ideal ist – dazu gibt es leckere Rezepttipps.

Gesunde Alternativen fürs Frühstück

Es stimmt wohl, dass Zucker Energie liefert. Jedoch erhält man diese auf lange Sicht lieber aus stärkehaltigen Lebensmitteln: Getreide und Kartoffeln liefern wertvolles Eisen und Ballaststoffe, die sowohl die Verdauung anregen als auch für genügend Power für die Schule sorgen. Vollkornbrot eignet sich besonders, denn es lässt sich durch Einfrieren noch länger haltbar machen.

Bei Cerealien ist es schon etwas schwieriger: Kommen sogenannte „Kindercerealien“ wie Honigflakes oder Schokopuffs in die Schüssel, erhält man oft überzuckerte Mogelpackungen ohne die wertvollen Vitamine des vollen Korns. Gerade Lebensmittel, die für Kinder vermarktet werden (z.B. auch Müsli- und Fruchtriegel oder Säfte) enthalten deutlich mehr Zucker als es die tägliche Empfehlung von 150 bis 200 Kilokalorien zuließe. Beim nächsten Einkauf lohnt daher ein zweiter Blick auf die Zutatenliste.

Alternativ kann man gerne zu Vollkornmüslis greifen. Wem in den abgepackten Mischungen trotzdem noch zu viel Zucker enthalten ist (häufig im Gewand des Glukosesirups), der kann einfach seine eigene Mischung kreieren: Dafür grobe oder zarte Getreideflocken mit Nüssen, Kernen oder Kokosraspeln mixen, abschließend noch nach Geschmack einige Trockenfrüchte wie Rosinen hinzufügen. Fertig!

Frühstück mit Obst und Gemüse 

Zum Müsli gibt es selbstverständlich noch Milch oder eine Milchalternative. Eltern, deren Kinder aber lieber Brot oder Brötchen möchten, nehmen stattdessen einfach Magerquark, Käse oder Frischkäse und verfeinern das Ganze mit frischem Obst oder Gemüse.

„Generell werden Kindern fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag empfohlen. Daher ist es wichtig, damit schon beim Frühstück zu beginnen. Aber Achtung: Viele Fruchtjoghurts enthalten nur zu geringen Anteilen Früchte und ersetzen diese mit Farbstoffen und Zucker“, erklärt Karin Hendrysiak vom BKK-Landesverband NORDWEST. Warum dann nicht saisonales Obst in den Naturjoghurt schneiden und die Kinder selbst entscheiden lassen, welche Früchte sie wollen? Auch Milchmixgetränke aus dem Supermarkt strotzen häufig vor künstlichen Zusätzen. Erdbeermilch also schnell mit dem Stabmixer selbst mixen (geht auch aus gefrorenen Früchten) und für Kakao fettarmes Kakaopulver und etwas Honig für die Süße nehmen.

Neben Obst ist rohes Gemüse auch immer ein Hit für die Brotdose. Gemüsesticks und Scheiben auf dem Brot sind dabei nur der Anfang. Mit Keksausstechern zaubert man fix Sternchen, Monde und viele andere lustige Motive, die auch dem Auge was bieten. Das macht Spaß und animiert Gemüsemuffel zum Zugreifen.

Liste für Wunschleckereien

Trotzdem entkommt man den allgegenwärtigen Verlockungen von Schokolade, Weingummis und Co. letztendlich doch nicht. Die Schlüsselformel liegt daher nicht im Verbot aller Süßigkeiten, sondern im richtigen Maß und der Integration in eine ausgeglichene Ernährung. Ob Nuss-Nugat-Creme mit fettarmem Quark verrührt oder eine Handvoll Honigringe ins morgendliche Müsli – kreativen Lösungen sind hierbei kaum Grenzen gesetzt. „Um Kindern weniger Verbote und mehr Planungsfreiheit zu geben, bieten sich eine Wunschliste für Mahlzeiten oder selbstgebastelte Joker-Karten mit den Wunschleckereien an“, so Karin Hendrysiak. Man muss eben nicht auf alles verzichten.

Auch sollten Eltern auf den Hunger ihrer Kinder achten: Merkt man, dass Kinder morgens wenig oder sogar gar nichts essen, können Eltern nachhaken und eventuell den Tagesablauf ändern. Vielleicht herrscht morgens bereits zu viel Zeitstress für ein entspanntes Frühstück, vielleicht ist es auch die Portionsgröße. Wichtig ist in jedem Fall die Option aufs Frühstück, zum Beispiel in Form von mitgebrachten Snacks, auch wenn das Kind zur „Essenszeit“ keinen oder wenig Hunger hat. So unterstützt man sein Kind, den eigenen Körper und seine Signale zu verstehen und eigene Entscheidungen zu treffen.

Weitere Informationen zum Thema gibt es in dieser BKK-Broschüre.

Apfelburger (1 Portion)

Zutaten: 1 Vollkornbrötchen, 2 EL Speisequark, 1 Prise Kakopulver, ½ kleiner Apfel (waagerecht halbiert)

Das Brötchen halbieren und ggfs. toasten. Beide Hälften mit Quark bestreichen und das Kakaopulver darüberstreuen. Den Apfel waschen und senkrecht in zwei Viertel und dann in Halbkreise schneiden, dabei das Kernhaus entfernen. Anschließend eine Brötchenhälfte mit den Apfelscheiben belegen. Die andere Hälfte darüber klappen.

Frucht-Milch-Mix (1 Portion)

Zutaten:  100g Heidelbeeren oder 2 Aprikosen, 150 ml Vollmilch, evtl. etwas Zucker oder Honig

Die Früchte und die Milch in ein hohes Gefäß geben und mit dem Pürierstab fein pürieren.

Eventuell mit etwas Zucker oder Honig abschmecken. Je nach Saison können Sie auch Erdbeeren, Pfirsiche, Himbeeren oder Bananen verwenden. Auch tiefgekühlte Beeren lassen sich gut pürieren.