Foto: Pexels / Rodnae Productions
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Stillen in der Öffentlichkeit

Wo und wie Babys unterwegs gut trinken können
9. September 2021, Nicole Vergin

Stillen ist ganz natürlich – eigentlich. Aber wo können Mütter ihre Säuglinge stillen, wenn sie gerade nicht zu Hause sind? Auf der Parkbank, im Zug oder im Café? Eine Hebamme hat wertvolle Tipps, damit sich beim Stillen in der Öffentlichkeit alle wohlfühlen.

Stillen ist gesund fürs Kind und praktisch für die Mutter. Die nächste Mahlzeit ist immer dabei und das Baby kann ohne große Vorbereitung gefüttert werden. „Die meisten Mütter, die ich kenne, stillen allerdings gerade in den ersten Wochen am liebsten zu Hause“, erzählt die Hebamme Christina Daxberger. Sie berät beim Kinderschutzbund Essen im Projekt ,,Gesunder Auftakt – Prävention in Lebenswelten“ junge Familien. „In den eigenen vier Wänden ist alles vertraut – und das Kind hat ja auch ein Recht darauf, seine Mahlzeit in Ruhe einzunehmen.“

Schräge Blicke und fragwürdige Reaktionen

Wenn das Baby älter wird, erweitert sich auch der Radius der Frauen. Sie besuchen Verwandte, gehen in ein Museum oder zum Einkaufen in die City. „Viele Mütter stillen bei solchen Gelegenheiten mit großer Selbstverständlichkeit“, beobachtet die Hebamme Christina Daxberger. Allerdings müssen sie hin und wieder auch mit fragwürdigen Reaktionen zurechtkommen. Christina Daxberger berichtet von einer jungen Mutter, die vom Geschäftsführer eines Cafés gebeten wurde, ihr Kind nicht am Tisch zu stillen, sondern auf der Toilette. Diese habe dann irritiert und verärgert das Café verlassen.

Gegenseitiger Respekt ist wichtig

„Ich finde es schrecklich, dass stillende Mütter anstößig wirken können“, sagt die Hebamme. Aber leider sei Stillen in der Gesellschaft längst nicht so selbstverständlich wie es sein könnte. Beim Anblick eines Säuglings, der an der Brust trinkt, kommt je nach Generation und kulturellem Hintergrund teilweise viel Widerstand auf. Christina Daxberger verweist dabei auf gegenseitigen Respekt.

Ruhige Orte in der Öffentlichkeit

„Ich empfehle jungen Müttern, auf ihr eigenes Schamgefühl, aber auch auf das der Umgebung zu achten“, sagt sie. Niemand müsse mit dem Stillen provozieren. Es gebe überall ruhige Orte, an denen man ungestört sein Baby anlegen könne. Außerdem sorgen spezielle Kleidungsstücke oder Still-Schals dafür, dass Frauen ihre Brust nicht komplett entkleiden müssen – auch wenn der „kleine Hunger“ mal an etwas belebteren Orten gestillt werden möchte.

Hebamme Christina Daxberger.

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