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Vorlesen: Gemeinsam in eine andere Welt abtauchen

20. November 2020, Nicole Vergin

Freude an Geschichten: Die will der bundesweite Vorlesetag am 20. November vermitteln. Seit 2004 findet der Vorlesetag immer am dritten Freitag im November statt – als Initiative der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung.

Das Erdmännchen Tafiti, der kleine Drache Kokosnuss und natürlich Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. Die Liste von Jakobs (10) Bücherhelden ist lang. Bis vor Kurzem gehörte das Vorlesen mit Mama oder Papa und seiner älteren Schwester fest zu seinem Abendritual. Sich gemeinsam in die Geschichte zu vertiefen, dabei die Bilder anzuschauen und ein bisschen zu kuscheln – das mag die ganze Familie. Mittlerweile lesen die beiden Geschwister meistens lieber selbst, aber ein- oder zweimal in der Woche treffen sich alle noch abends im Wohnzimmer – und Papa liest vor. „Irgendwie ist das voll gemütlich“, meint Jakob.

Vorlesen stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kindern 

Vorlesen macht Spaß und ist eine schöne Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen und sich nahe zu sein. „Es stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kindern“, betont die Elementarpädagogin Marina Ramin, die bei der Bildungsakademie BiS des Kinderschutzbundes NRW arbeitet. Sie empfiehlt, möglichst früh mit dem Vorlesen zu beginnen, denn es fördere die kindliche Entwicklung. „Kinder schulen beim Vorlesen ihre Konzentrationsfähigkeit“, so Marina Ramin. „Sie lernen neue Wörter und den Aufbau der Sprache kennen und entdecken durch Bücher die Welt. Außerdem bieten Geschichten die Möglichkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und Konflikte zu lösen“, sagt die Elementarpädagogin.

Tipps und Empfehlungen

Auf ihrer Webseite www.einfachvorlesen.de hat die Stiftung Lesen Tipps für Eltern zusammengestellt, welche Geschichten sich für welche Alternsgruppe gut vorlesen lassen. Außerdem stehen dort Empfehlungen zum Vorlesen. „Eltern brauchen grundsätzlich keine Angst zu haben, dass sie besondere schauspielerische Fähigkeiten brauchen“, betont die Elementarpädagogin Marina Ramin. „Jedes Kind genießt es, wenn es beim Vorlesen die ungeteilte Aufmerksamkeit von Mama oder Papa hat.“ Marina Ramin schlägt außerdem einen Besuch in der örtlichen Bücherei vor, wo Kinder kostenlos oder sehr preiswert ausleihen können. Dort könnten die Mädchen und Jungen in unterschiedliche Wissensgebiete hineinschnuppern und ungestört ihre Lieblingsbücher aussuchen.