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Elterntaxi: keine gute Idee für Kinder

2. März 2020,

Wer seine Kinder grundsätzlich mit dem Auto zur Schule bringt, verursacht nicht nur Staus und Unfälle. Die Kinder verpassen auch jede Menge. „Die Zeit auf dem Schulweg ist viel wertvoller, als Erwachsene denken“, betont Annegret Neumann vom Kinderschutzbund in Brühl.

Sie ist Mitglied im Arbeitskreis Verkehrssicherheit im NRW-Verkehrsministerium und rät von regelmäßigen Fahrten im Elterntaxi ab. Warum? Eine Sammlung von vier guten Gründen:

1. Bewegung an der frischen Luft

Wer die Strecke zur Schule zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, hat morgens schon viel frische Luft bekommen und sich bewegt. „Wenn die Kinder dann in der Klasse sitzen, sind sie wach und munter – und können konzentriert lernen“, sagt Annegret Neumann.

2. Eigenständig Probleme lösen

Es stärkt nicht nur die Gesundheit, wenn Kinder ihre Wege selbstständig zurücklegen können, sondern auch ihr Selbstbewusstsein. Sie können sich auf sich selbst verlassen, auch wenn es unterwegs mal Probleme gibt. Sie wissen, dass ihre Eltern ihnen etwas zutrauen – und das macht sie stark. Wenn Kinder den Schulweg mit Freundinnen und Freunden zurücklegen, nutzen sie diese Zeit oft zum Quatschen und Spielen. Das macht Spaß und fördert ihre sozialen Fähigkeiten.

3. Selbstständigkeit trainieren

Kinder lernen in der Schule schreiben, lesen, rechnen und vieles mehr. Doch bereits auf dem Schulweg werden wesentliche geistige Fähigkeiten ausgebildet, wie etwa das räumliche Vorstellungsvermögen und die Wahrnehmung von Entfernung, Zeit und Geschwindigkeit. Das sind wichtige Kompetenzen, die für eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr unerlässlich sind und die auf dem Schulweg sozusagen „nebenbei“ erworben werden.

4. Schwierige Situationen im Straßenverkehr trainieren

Viele Eltern bringen ihre Kinder aus Sicherheitsgründen mit dem Auto zur Schule. Sie befürchten, dass ihrem Sohn oder ihrer Tochter auf dem Weg etwas passieren könnte. Dabei ist das Unfallrisiko nach einer Studie des ADAC im Elterntaxi wesentlich größer, als wenn Kinder zur Schule laufen, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Wer für sich allein verantwortlich ist, beobachtet den Verkehr aufmerksamer und schult die Sinne für Gefahren. Wichtig sei, so die Verkehrsexpertin Annegret Neumann vom Kinderschutzbund, dass Kinder trainiert haben, wie sie sich in brenzligen Situationen verhalten sollen.

Hier finden Sie viele gute Ideen, wie sich Kinder selbständig im Straßenverkehr bewegen können: www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de