Foto: iStock / romrodinka
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Wenn das Unbekannte Angst macht

Tipps zum Wechsel auf die weiterführende Schule
14. Juli 2020,

Vier Wochen Sommerferien bleiben ihm noch. Viel Zeit, bis sein erster Schultag am Gymnasium ansteht. Schon jetzt fürchtet sich der Zehnjährige ein bisschen vor dem großen Gebäude mit den vielen unbekannten Kindern und Lehrern. Er weiß, dass dort manches anders sein wird als auf der kleinen, heimeligen Grundschule um die Ecke. Aber daran mag er noch gar nicht denken. Tagsüber gelingt ihm das auch, nur einschlafen kann er im Moment nicht so gut. Einige Tipps zum Wechsel auf die weiterführende Schule können Kindern den Übergang erleichtern.

Neue Welt schon jetzt erkunden

Dass manchen Kindern der Schulwechsel Sorgen macht, kann Thomas Weyand gut nachvollziehen. Er ist Familientherapeut und leitet die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Essener Kinderschutzbundes. „Mit der Grundschule verlassen die Kinder einen vertrauten Ort, an dem sie sich gut auskannten. Für manche wirkt die unbekannte Welt der weiterführenden Schule im Gegensatz dazu zunächst einmal bedrohlich“, sagt Thomas Weyand. Er empfiehlt, die „unbekannte Welt“ soweit wie möglich schon vor dem Schulstart zu erkunden. Dazu gehört, den Schulweg und den neuen Pausenhof kennenzulernen – vielleicht gemeinsam mit Freunden aus der Grundschule, die auch an der neuen Schule starten.

„Auf die Kinder kommt jede Menge zu. Zusätzlicher Druck der Mutter oder des Vaters schadet in dieser Zeit des Übergangs.“

Thomas Weyand, Familientherapeut und Leiter der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Essener Kinderschutzbundes

Auf Turbulenzen einstellen und keinen Druck machen

Eltern sollten sich bewusst machen, dass die ersten Wochen des neuen Schuljahres anstrengend werden könnten, so Thomas Weyand. „Auf die Kinder kommt jede Menge zu. Sie suchen ihren Platz in der neuen Klassengemeinschaft und müssen sich mit neuen Fächern und Anforderungen zurechtfinden“, so der Familientherapeut. In dieser aufreibenden Zeit brauchen sie ihre Eltern, die sie emotional begleiten und möglichst entspannt bleiben. „Zusätzlicher Druck der Mutter oder des Vaters schadet in dieser Zeit des Übergangs.“

Vertrautes stärkt beim Wechsel auf die weiterführende Schule

Was kenne ich und macht mir Spaß? Wenn sich ein großer Teil des Lebens ändert, sind Hobbys besonders wichtig – und die damit verbundenen vertrauten Menschen. „Auch wenn der Start an der weiterführenden Schule vielleicht holprig ist, brauchen Kinder Freizeitaktivitäten, die sie entspannen und stärken“, betont Thomas Weyand. Und er weiß: Bis zu den Herbstferien haben sich die Wogen meist wieder geglättet.