Tipps im Umgang mit Corona

18. März 2020,

Wie Familien ihr Leben in Zeiten von Corona entspannter machen können.

Schönes Wetter und viel freie Zeit: Für Kinder und Jugendliche fühlt sich das ein bisschen an wie Ferien. Gleichzeitig haben die Schülerinnen und Schüler Aufgaben zu erledigen – und die meisten Eltern müssen arbeiten, manche von ihnen im Home Office. Dass das alles wegen einer gefährlichen Krankheit passiert, erreicht auch Kinder. Der Alltag zahlreicher Familien ist gerade ungewohnt und häufig anstrengend. Vielen von ihnen stellt sich auf einmal die Aufgabe, Arbeit und Kinderbetreuung in den eigenen vier Wänden unter einen Hut zu kriegen – und das ohne Unterstützung der Großeltern. Renate Blum-Maurice, Diplom-Psychologin und Mitglied des Landesvorstandes des Kinderschutzbundes, hat Tipps für Eltern in Zeiten von Corona.

Kindern die Situation erklären

Gerade jüngere Kinder verstehen die Welt nicht mehr. Vor ein paar Tagen waren sie noch in der Kita und auf dem Spielplatz, aber das geht nun nicht mehr. Was ist los? „Das kann und muss man auch kleinen Kindern schon erklären“, sagt Renate Blum-Maurice. „Wenn die Eltern über ein Thema bewusst nicht sprechen, um die Kinder zu schonen, wirkt das für sie eher unheimlich und bedrohlich.“ Eltern könnten ihren Kindern erklären, wie sie die Großeltern und andere ältere oder kranke Menschen vor dem Virus beschützen. „Es beruhigt Kinder, wenn sie das Gefühl haben, etwas tun zu können“, so Renate Blum-Maurice. Dazu gehöre auch das Händewaschen und der größere Abstand zu anderen.

Klare Strukturen schaffen

Schulkinder brauchen während der „Coronaferien“ eine klare Tagesstruktur. Aufstehen, spielen, die Arbeiten für die Schule erledigen … „Es gibt Kindern Sicherheit, wenn sie so etwas wie einen Stundenplan haben“, erklärt Renate Blum-Maurice. Dieser Tagesablauf sollte am besten in der Familie besprochen und – wenn nötig – angepasst werden. „Vieles ist jetzt noch neu für alle, da müssen auch neue Regeln entwickelt werden“, sagt die Psychologin. Die Abläufe müssten sich erst noch einspielen.

Alleine lernen: Wie geht das?

Ein Wochenplan und ein Berg voller Aufgaben: Das kann Schüler zu Hause leicht überfordern. Hier können die Eltern je nach Alter der Kinder unterstützen. „Es ist hilfreich, die Arbeiten am Anfang der Woche auf die einzelnen Tage aufzuteilen, feste Zeiten und Pausen einzuplanen“ empfiehlt die Psychologin. Nach 20 Minuten konzentriertem Arbeiten folgt ein kurzes Verschnaufen – vielleicht auch mit den Eltern – oder ein Tänzchen zur Lieblingsmusik , dann geht es weiter. Außerdem sei ein fester Arbeitsplatz sinnvoll, an dem sich die Kinder ungestört auf Mathe, Deutsch und Englisch konzentrieren können, so Renate Blum-Maurice.

Grundsätzlich könnten nach Ansicht der Psychologin, in dieser Ausnahmezeit auch die Medienregeln verändert werden. So hätten Kinder, die sonst tagsüber nicht fernsehen, die Chance, die speziellen TV-Sendungen oder Online-Videos für Schulkinder anzuschauen.

Auf der Suche nach den Abenteuern

Eltern und Kinder verbringen gerade viel Zeit zusammen. Das bringt Herausforderungen mit sich, aber auch viele Möglichkeiten. Familien könnten zum Beispiel etwas tun, was sie noch nie gemacht haben. Zu viert ein Buch lesen, eine Nachtwanderung durch den Frühlingswald machen oder gemeinsam ein Menü kochen … „Man könnte diese Zeit auch als ein großes Abenteuer sehen, das bisher noch niemand so erlebt hat“, meint Renate Blum-Maurice.

Hilfreiche Tipps für Eltern stehen auch auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.