Glutenintoleranz bei Kindern So erkennen Eltern, wenn das Kind kein Gluten verträgt. Foto: KI-generiert mit ChatGPT
Glutenintoleranz bei Kindern So erkennen Eltern, wenn das Kind kein Gluten verträgt. Foto: KI-generiert mit ChatGPT
 

Glutenintoleranz & Zöliakie: Wenn Gluten gefährlich wird

Fakten, Anzeichen & Tipps für Eltern
24. Februar 2026, Jana Lotter (BKK-Redaktion)

Ist eine Glutenintoleranz wirklich harmlos? Wie erkennt man eine die Krankheit bei Kindern? Und welche Tipps helfen langfristig? Der BKK-Landesverband NORDWEST gibt Antworten zu Glutenintoleranz, Zöliakie-Symptomen und glutenfreier Ernährung.

Eine Zöliakie oder Glutenintoleranz ist eine nicht infektiöse, chronische Erkrankung des Dünndarms, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen trifft. Eine Glutenintoleranz kann nur entstehen, wenn eine genetische Veranlagung für eine Zöliakie vorliegt. Wenn die Grundveranlagung vorhanden ist, muss sie aber nicht immer zu einer Glutenintoleranz führen! Zum Beispiel ist die Chance hoch, dass Kinder von Zölikalie-Betroffenen diese Veranlagung geerbt haben. Die Krankheit kann aber entweder gar nicht oder auch später im Leben ausgelöst werden.

Liegt eine tatsächliche Glutenintoleranz vor, nimmt der Körper Gluten als feindlichen Stoff wahr und entwickelt Antikörper gegen ihn. Dabei wird auch die Schleimhaut des Dünndarms angegriffen, die sich abflacht und entzünden kann. Die Diagnose der Glutenintoleranz muss aber immer von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden.

Glutenintoleranz: Erste Anzeichen im Kindesalter

Die Krankheit kann bei genetischer Veranlagung theoretisch das ganze Leben lang ausbrechen. Doch auch schon in den ersten zwei Lebensjahren bei Kindern erste Anzeichen auftreten:

  • Anhaltender Durchfall oder „Fettstuhl“ (glänzende, gelblich bis grüne & übelriechende Stühle mit öligem Film)
  • Blähbauch
  • Anhaltende Bauchschmerzen
  • Verstopfungen
  • Erschöpfung und Müdigkeit

Bei älteren Kindern und Jugendlichen deuten auch vermindertes Wachstum oder eine verzögerte Pubertät auf eine Glutenintoleranz hin.

Folgen von Glutenintoleranz

Wird bei einer Zöliakie weiterhin Gluten konsumiert, werden die Darmschleimhaut weiter angegriffen und die Darmzotten (Ausstülpungen auf der Schleimhaut, die Nährstoffe wie Vitamine oder Proteine aufnehmen) abgebaut. Das kann bewirken, dass Mangelerscheinungen auftreten oder die Verdauung negativ beeinflusst wird bis hin zu einer Verdauungsstörung oder Unverträglichkeit. Langfristige Folgen wie Knochenschwund (Osteoporose) oder Leberschäden sind ebenfalls möglich.

Glutenintoleranz behandeln

Die einzige Lösung, um eine Glutenintoleranz zu behandeln, ist der Verzicht auf alle glutenhaltigen Lebensmittel. Betroffene sollten maximal 20 mg des Stoffs am Tag zu sich nehmen. Diese Lebensmittel sind dann nicht mehr erlaubt:

  • Roggen, Hafer, Weizen, Gerste, Dinkel & Grünkern
  • sowie Produkte mit diesen Getreiden (inkl. Mehl, Grieß, Stärke, Getreideflocken, Müsli, Paniermehl)
  • Produkte mit Stabilisatoren, Emulgatoren, Geschmacksverstärkern, z.B. TK-Pommes oder -Fertigprodukte, Süßigkeiten
  • einige Fertigsoßen & -suppen oder Puddingpulver
  • Malzgetränke & Bier
  • Seitan
  • Frikadellen (mit Semmelbröseln, aus Fleisch oder Fisch)

Glutenfrei ernähren

Doch ein Verzicht auf Gluten heißt nicht automatisch, dass man sich nur noch einseitig ernähren muss. Tatsächlich gibt es einige Lebensmittel, die von Natur aus kein Gluten enthalten. Das sind:

  • unverarbeitetes Obst und Gemüse
  • glutenfreie Getreidesorten: Quinoa, Amaranth, Reis (auch Reiswaffeln), Maniok, Soja, Buchweizen, Lupinen, Mais, Johannisbrotmehl, Leinsamen
  • Kartoffeln
  • Nüsse – auch Kokosnüsse
  • Tofu
  • Eier
  • naturbelassene Milchprodukte
  • wenig/unverarbeitete Fleischprodukte
  • reine Fruchtsäfte
  • Marmeladen

Außerdem gibt es mittlerweile viele glutenfreie Ersatzprodukte in Supermärkten oder Bioläden. Selbst einige Restaurants zeichnen glutenhaltige Speisen in ihren Karten aus. Am Ende sind bei einer glutenfreien Ernährung immer noch Abwechslung und Ausgewogenheit das A und O.

Glutenintoleranz & Ernährung im Kindesalter: Mehr Infos