Alle Jahre wieder ist sie da: die winterliche Grippewelle. Nasen laufen, Fieber steigt und es wird um die Wette gehustet. Sollten Eltern ihre Kinder gegen Grippe impfen lassen, um dem zu entgehen? Was dabei beachtet werden sollte, verrät der BKK-Landesverband NORDWEST.
Was umgangssprachlich als Grippe bezeichnet wird, teilt sich tatsächlich in zwei verschiedene Krankheiten auf: einerseits der grippale Infekt, zu dem Erkältungen zählen, und die „echte Grippe“, die Influenza. Obwohl sie sich mit ihren Symptomen ähneln, werden sie doch durch unterschiedliche Viren ausgelöst, und meist hat die echte Grippe einen härteren Verlauf mit Fieber und erhöhtem Risiko für Komplikationen. Auch können Personen, die sich mit Influenzaviren angesteckt haben, keine Symptome zeigen und trotzdem ansteckend sein.
Grippe: Was sind Beschwerden?
Die typischen Beschwerden von Grippe sind hohes Fieber, Glieder-, Hals- und Kopfschmerzen, trockener Reizhusten und starke Erschöpfungserscheinungen. Auch Schweißausbrüche können vorkommen. Aber: Etwa ein Drittel aller mit Grippe infizierter Personen zeigen keine oder nur milde Symptome. Dabei sind sie trotzdem ansteckend und verbreiten die Krankheit weiter.
Risiken ohne Grippeimpfung
Die echte Grippe sorgt in Deutschland in einer durchschnittlichen Saison für mehrere Millionen Besuche in Arztpraxen. Unkomplizierte Verläufe dauern etwa 5 Tage bis eine Woche an. Doch es gibt auch weniger milde Verläufe: In Deutschland sterben jährlich mehrere Tausend Menschen an den Folgen der echten Grippe. Insbesondere bei älteren Personen, Schwangeren oder Menschen mit (Vor-)Erkrankungen (z.B. Asthma, Diabetes, Sklerose, Nierenkrankheiten) können Komplikationen wie Lungen- oder Mittelohrentzündungen auftreten. In seltenen Fällen kann auch eine Entzündung des Herzmuskels oder des Gehirns auftreten. Auch Kinder können betroffen sein, wenn sie vorerkrankt sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben. Für diese Personengruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) jedes Jahr aufs Neue die Grippeimpfung.
Auch Kinder, die häufig mit gefährdeten Personen in Kontakt kommen, beispielweise Großeltern oder Geschwister, sollten vorsichtshalber geimpft werden. Das gilt auch für Erwachsene, insbesondere für Personen, die in medizinischen Einrichtungen arbeiten. Bei gesunden Kindern ist das Risiko für Komplikationen geringer und sie müssen nicht gegen Grippe geimpft werden.
Grippeimpfung: Wann und wie oft?
Die Impfung gegen Grippe sollte mit Vorlauf zur üblichen Grippezeit (Januar bis März) erfolgen, ca. von Oktober bis Dezember. Sie kann aber auch noch nachgeholt werden, solange man nicht bereits erkrankt ist – mit Grippe oder anderen Krankheiten. Eine einmalige Impfung bietet Schutz für die gesamte Grippesaison. Der Impfstoff wird jedes Jahr angepasst, denn auch die Viren ändern sich leicht von Saison zu Saison.
Eine Grippeimpfung schützt aber nicht grundsätzlich vor einer Infektion mit Grippeviren: In manchen Fällen können sich Personen trotzdem anstecken, haben aber dann mildere Symptome. Sie sind aber weiterhin ansteckend.
Krank durch Grippeimpfung?
Ein Mythos rund um die Grippeimpfung, der sich immer noch hält, ist, dass die Impfung selbst eine Grippe auslösen kann. Das stimmt nicht.
Üblicherweise wird Totimpfstoff für die Grippeimpfung genutzt. Das bedeutet, dass der Impfstoff nur Erreger enthält, die sich nicht vermehren können. So können sie weder eine Grippe hervorrufen, noch können Viren weitergegeben werden.
Dass sich dieser Mythos trotzdem hält, kann an den normalen Begleiterscheinungen einer Impfung liegen: Frösteln, Übelkeit oder Muskelschmerzen können nach einigen Impfungen auftreten und so den Eindruck eines Infekts hervorrufen. Diese Erscheinungen klingen aber in der Regel nach einem oder zwei Tagen ab.
Mehr Infos zur Grippeimpfung
Weitere Informationen und Antworten auf die häufigsten Fragen rund um die Grippeschutzimpfung gibt es hier:
- Merkblatt „Grippeimpfung für Kinder“ vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
- Robert-Koch-Institut (RKI): FAQs zur Grippeimpfung