Vorbereitet auf den Notfall: Erste Hilfe für Kinder und Babys - jetzt Tipps bei MENSCHENSKINDER! NRW nachlesen. Foto: Adobe Stock/PORNICHAI SODA
 

SOS: Erste Hilfe an Babys & Kleinkindern

So sind Eltern im Notfall vorbereitet
30. Januar 2026, Jana Lotter (BKK-Redaktion)

Verbrennungen, Beulen oder Knochenbrüche: Wenn Kinder spielen und toben, sind auch kleine und größere Blessuren nicht unüblich. Doch was tun Eltern, wenn das Kind weint und schreit? Welche Verletzungen sind ein Fall für Notarzt und Co.? Und wo kann die Hausapotheke aushelfen? Diese und weitere Fragen beantwortet der BKK-Landesverband NORDWEST.

Die Notruf-Anleitung

Handelt es sich um eine lebensgefährliche Situation? Dann rufe 112 und beantworte diese Fragen:

  • Wer ruft an?
  • Was ist passiert?
  • Wo wird die ärztliche Hilfe benötigt?
  • Wer und wie viele Personen sind betroffen?
  • Welche Verletzungen liegen vor?

Die 112 ist nur für kritische Notlagen gedacht! Wenn Eltern in nicht-lebensbedrohlichen Situationen ärztlichen Rat brauchen, können sie sich an die 116-117 wenden: Der Patientenservice ist im Internet und per Telefon sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag kostenlos erreichbar.

Erste Hilfe bei Kopfverletzungen

Wenn das Kind stürzt und sich am Kopf verletzt, ist besondere Vorsicht angesagt! Ist das Kind bewusstlos – auch nur für kurze Zeit – sollte direkt der Notarzt gerufen werden. Das gilt auch, wenn Kinder nach einem Unfall benommen, teilnahmslos oder verwirrt wirken, sich erbrechen, doppelt sehen oder nicht mehr richtig sprechen können. Diese Folgen können auch erst ein paar Stunden oder sogar erst einen bis zwei Tage später auftreten. Auch nachts müssen Eltern daher ein besonders scharfes Auge auf ihre Kinder haben, wenn sie einen Unfall hatten.

Knochenbrüche: Direkt ins Krankenhaus

Knochenbrüche müssen immer ärztlich versorgt werden. Bevor es aber ins Krankenhaus geht oder der Notruf gewählt wird, ist es das Wichtigste, die verletzten Kinder zu beruhigen und den gebrochenen Knochen ruhig zu stellen. Rufe für die nächsten Schritte den Notruf und halte dich an die Anweisungen, die du hier erhältst.

Bei einem geschlossenen Bruch reicht es, die Stelle zu kühlen, um die Schwellung zu mildern, und das betroffene Körperteil ruhig zu stellen. Einen geschlossenen Bruch erkennt man übrigens an einer deutlichen Schwellung, starken Schmerzen oder knirschenden Geräuschen beim Bewegen oder einer Fehlstellung der Gliedmaße.

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Kochendes Wasser, das aus der Teetasse überläuft, oder die heiße Pfanne mal mit bloßer Hand berührt: Verbrennungen passieren gerade in der Küche schnell. Bei kleineren Verbrühungen brauchen Eltern aber in der Regel keine ärztliche Unterstützung: Es reicht, die betroffenen Körperstellen für 10 bis 20 Minuten unter fließendem, handwarmem Wasser zu kühlen und Kleidung, die von heißem Wasser getränkt wurde, zu entfernen.

Bei stärkeren, großflächigen Verbrennungen muss der Notarzt gerufen werden. Zuvor aber die betroffene Stelle mit einem sauberen Verbandstuch locker und ohne Druck abdecken – und keinesfalls mit kaltem Wasser kühlen, sonst droht eine Unterkühlung.

Verletzungen durch Strom: Notarzt rufen!

Wenn Kinder in Kontakt mit Strom kommen, z.B. durch offene Steckdosen oder defekte Geräte, müssen Eltern zuerst den Stecker des Geräts ziehen oder die Sicherung abstellen. Erst dann können sie gefahrlos ihr Kind von der Stromquelle wegziehen. Wenn das zu lange dauert, sollten sie einen nicht-leitenden Gegenstand nutzen, um das Kind vom Strom zu trennen, z.B. Gummihandschuhe oder einen trockenen Holzstock. Auch wenn das Kind bei Bewusstsein ist und keine offensichtlichen Verletzungen hat, müssen Eltern sofort ins Krankenhaus fahren! Denn Strom, der durch den Körper fließt, kann fatale Folgen haben. Dann sofort den Notarzt rufen.

Stabile Seitenlage & Beatmung

Wenn Kinder – und andere Personen – bewusstlos sind, müssen zuerst Atmung und Puls geprüft werden: Hebt sich der Brustkorb? Gibt es Atemgeräusche? Spürt man den Luftstrom? Wie stark fühle ich den Puls an Handgelenk oder Hals?

Als nächstes muss der Notruf gewählt werden, die 112. Dort erhalten Anruferinnen und Anrufer in der Regel konkrete Anweisungen für den nächsten Schritt. Dieser ist oft die stabile Seitenlage. Kinder werden dafür mit einem angewinkelten Bein auf die Seite gelegt und ihr Kopf leicht überstreckt nach hinten platziert. Bei Babys nur das Kinn leicht anheben, damit die Atemwege frei bleiben.

Ist bei einem Kind keine Atmung zu spüren, folgt die Mund-zu-Mund-Beatmung: Bei älteren Kindern wird fünfmal hintereinander in den Mund des Kindes gepustet, während seine Nase zugehalten wird. Das wird wiederholt, bis sich die Brust wieder sichtbar senkt und hebt. Bei Babys erfolgt die Beatmung über Mund und Nase.

Ist eine Herzdruck-Massage nötig, wird sie bei Kindern mit einem oder zwei Handballen durchgeführt, bei Babys jedoch nur mit zwei Fingern. Eine Anleitung dafür hat das Deutsche Rote Kreuz veröffentlicht.

Erste Hilfe: Weitere Infos für Eltern

Weitere hilfreiche Informationen rund ums Thema „Erste Hilfe für Kind & Baby“ gibt es unter diesen Adressen: