Warum Migräne mehr als „nur“ Kopfschmerzen ist, wie sie bei Kindern und Jugendlichen aussehen und wie man sie behandeln kann, erklärt der BKK-Landesverband NORDWEST.
Migräne betrifft rund 10% der Kinder zwischen 7 und 15 Jahren. Besonders wenn ein Elternteil betroffen ist, steigt das Risiko deutlich – Migräne ist eine genetisch bedingte Hirnerkrankung. Bei Kindern tritt Migräne anders auf als bei Erwachsenen – und wird so häufig mit regulären Kopfschmerzen verwechselt.
Migräne bei Kindern: Das sind Symptome
Bei Kindern treten pochende oder dröhnende Kopfschmerzen meist beidseitig auf und dauern kürzer als bei Erwachsenen. Häufig begleiten Schwindel („alles wackelt wie bei einem Erdbeben“), Licht- und Geruchsempfindlichkeit, Übelkeit oder Erbrechen die Attacken. Manche Kinder zeigen Vorzeichen wie Gereiztheit oder Appetitlosigkeit, oft aber kommen Migräne-Anfälle plötzlich.
Häufige Auslöser von Migräne bei Kindern
Dass Schokolade, Koffein oder Dehydrierung Migräne auslösen, ist ein Mythos. Selten ist es ein einziger Auslöser oder Trigger, der Migräne verursacht. Eher wirken sich Kombinationen wie starker Stress, Schlafmangel, Wetterschwankungen oder hormonelle Veränderungen aus.
Migräne-Attacken: Was hilft meinem Kind?
In den akuten Schmerzphasen sollte der Fokus darauf liegen, Ruhe und Linderung zu schaffen:
- Einen ruhigen, abgedunkelten Rückzugsort schaffen
- Kühle Tücher, Kühlpacks oder gekühlte Migränekappen auf die Stirn legen
- Schläfe, Scheitel oder Nacken leicht und mit ein wenig Pfefferminzöl massieren
- Frische Luft tanken
- Entspannungsübungen wie Yoga ausprobieren
Erst, wenn das nicht hilft und nach ärztlicher Absprache, sollten Eltern Schmerzmittel einsetzen.
Um mögliche Trigger und hilfreiche Gegenmaßnahmen zu identifizieren, kann ein Migräne-Tagebuch geführt werden. Das kann auch Fachärztinnen oder -ärzten für die weitere Behandlung helfen.